15.10.2020 Der blinde Fleck

Film und Gespräch in unserer Reihe "Kino in der Kirche" mit Ulrich Chaussy, Co-Drehbuchautor, Journalist und Autor des Buches "Oktoberfest – Das Attentat: Wie die Verdrängung des Rechtsterrors begann“ auf welchem der Film beruht – anlässlich des 40. Jahrestages des rechtsradikalen Bombenanschlags vom 26. September 1980 - am Donnerstag, 15.10.2020 19:00 Uhr in der Evangelischen St. Johanneskirche am Preysingplatz

Hinweis: Covid-19-bedingt ist eine Anmeldung im Vorfeld erforderlich, um allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern angemessen Platz im Kirchenhauptraum zu bieten. Rückmeldung mit Platzreservierung erbeten unter: pfarramt.stjohannes.m@elkb.de oder 089-481522 - Der Eintritt ist frei - um Spenden wird gebeten

Veranstalter: Johannes und Maria - Begegnung in der Au e.V. - Vorstand: Pfarrer Peter Dölfel, Vorsitzender, Pfarrer Michael Schlosser, stellv. Vorsitzender u.a. Weitergehende Infos unter: https://www.joma-muenchen.de/ | Veranstaltung auf Facebook

 

„Als 1980 beim Münchner Oktoberfest ein Attentäter mehrere Menschen tötet, berichtet der Radiojournalist Ulrich Chaussy darüber. Doch schnell stellt er fest, dass bei der Verurteilung des Schuldigen Gundolf Köhler nicht alles mit rechten Dingen zugegangen ist. Zu dünn ist die Beweisdecke, zu deutlich zeigen sich Fehler in den Ermittlungen der bayerischen Staatssicherheit. Entschlossen klemmt sich Chaussy hinter den Fall und versucht, zusammen mit dem Anwalt der Hinterbliebenen der Opfer, die offenen Fragen zu klären und die Lügen zu entlarven. Doch die Drahtzieher bleiben im Dunkeln und verbergen sich hinter den Mauern der Bürokratie. Das Attentat auf das Oktoberfest war der schwerste Anschlag der deutschen Nachkriegsgeschichte.

Der Filmemacher Daniel Harrich setzt sich in seinem Kinodebüt, zusammen mit Ulrich Chaussy, mit eben jenen offenen Fragen auseinander. Benno Führmann spielt den Journalisten glaubwürdig mit einem Übermaß an Entschlossenheit, die bald zu einer regelrechten Besessenheit wird und sogar seine Ehe gefährdet. Heiner Lauterbach in der Rolle des Hans Langemann, Chef des bayerischen Staatsschutzes, beeindruckt als scheinbar unantastbarer Machtmensch, dem die Fäden, die er zieht, zu entgleiten drohen. Harrich gelingt es, aus diesem realen Fall einen spannenden Thriller zu konstruieren, der den Zuschauer durch seine stringente Dramaturgie gefangen nimmt und bis zum Schluss, gegen jedes bessere Wissen, auf die Wahrheit hoffen lässt. Doch die Wahrheit gehört immer denjenigen, die sie verbreiten. DER BLINDE FLECK ist spannendes Kino, Geschichtsaufarbeitung und Appell an die Justiz in einem. Ein mutiger, wichtiger, großartiger Film.“ (Deutsche Film- und Medienbewertung FBW)

„…zählt der Film zum Besten, was es an Filmen über die Schlüsseltage der deutschen Geschichte gibt. Man schaut ihn und folgt den Spuren, die zu den Zeugen, ins rechte Milieu und bis zum Staatsschutz führen. Am Ende fragt man sich – so haben Regisseur Daniel Harrich und Chaussy das Drehbuch angelegt –, ob wir es hier nicht mit ganz ähnlichen Strukturen des Versagens und Ignorierens zu tun haben wie später bei den Verbrechen des ‚Nationalsozialistischen Untergrunds‘, NSU.“ (Matthias Hannemann: FAZ vom 4. Februar 2015)