01.03.2021 Vorgestellt: Pfarrerin Martina Hirschsteiner

Pfarrerin Martina Hirschsteiner
Bildrechte Martina Hirschsteiner

Unsere neue Pfarrerin Martina Hirschsteiner heißen wir herzlich Willkommen in St. Johannes. Wir freuen uns sehr auf das Miteinander in der Kirchengemeinde. Im Gemeindebrief stellt sich Martina Hirschsteiner mit folgenden Gedanken vor:

Hören - aufmerksames, waches Hinhören, liebe Gemeinde, ist der Anfang des Glaubens.
Das glaube ich. Das beschreiben biblische Überlieferungen in zahlreichen Varianten:

„Höre, Israel, der Herr ist unser Gott, der Herr allein.“ (5. Mose 6,4)

Damit beginnt das erste, wegweisende Glaubensbekenntnis. Es klingt in unseren Ohren bis heute. Höre, hör genau hin, lass es auf dich wirken, einwirken. Dann wirst du erkennen und verstehen, ja mit dem Herzen begreifen, wie der Glaube sich auf dein Leben auswirkt. Zunächst: Lass andere, irreführende Götzenbilder weg. Du brauchst dich nicht zu fürchten vor dem, was dein Leben bedroht. Denn du bist nicht allein. Wir haben sein Wort, Gottes Wort:

„Siehe ich bin bei euch alle Tage bis an das Ende der Welt!“ (Matthäusevangelium 28,20)

Dieses Versprechen erinnern wir bei jeder Taufe, geben es mit auf den Weg durch's Leben. Darauf können wir uns verlassen, brauchen uns nicht verlassen zu fühlen, auch wenn wir im Stimmengewirr unserer Zeit manchmal verwirrt werden, nicht mehr wissen, was wir noch glauben können.

Denken wir nur an den betäubenden Lärm, der uns anbrüllt und aufhetzen will mit menschenverachtenden und gewaltvollen Parolen. Das geschieht auf der Bühne der Weltpolitik immer wieder, bis heute. Aber auch in unserem Lebensumfeld müssen wir uns immer wieder davor schützen. Die Ohren davor zu verschließen, hilft nicht weiter. Worte können verletzen, Vertrauen zerstören, ja Gewalt auslösen.

Darum ist es entscheidend, genau hinzuhören. Das Evangelium, die gute Nachricht von Gottes Liebe zu uns Menschen, ist Inhalt der Verkündigung in den Gottesdiensten und darf uns jeden Tag und jede Nacht als ermutigende Nachricht in den Ohren klingen wie eine Melodie, ein Dreiklang von Gott Vater, Sohn und Heiligem Geist als umhüllende Segenskraft mitten im Leben, dem noch so alltäglichen Leben mit all seinen Herausforderungen.

Liebe Gemeindeglieder in der Kirchengemeinde St. Johannes,

als ich vor 20 Jahren nach meinem Theologiestudium in Tübingen und München und der wissenschaftlichen Assistenzzeit an der LMU München als Vikarin nach St. Johannes kam, habe ich besonders die Musik als Vertiefung meines Glaubens erfahren. Das Singen im Kantatenchor, das gemeinsame Einstimmen und Abstimmen auf den feinen Gleichklang in der Liturgie im Gottesdienst und in der Gestaltung des Gemeindelebens haben meinen Kopf und mein Herz verknüpft. Ja, mehr noch: Ich habe auch an die Erfahrungen meiner Kindheit angeknüpft, als ich in Pfaffenhofen an der Ilm im Kindergottesdienst, anschließend im Konfirmandenkurs und im Religionsunterricht zugehört habe. Ich habe in der Jugendarbeit so manches miterlebt - freilich auch wild und frech und frei ausprobiert. Ob zuerst als Ehrenamtliche, später dann als Hauptamtliche konnte ich immer in Teams das Gemeindeleben lebendig mitgestalten. Das war nach St. Johannes in den Kirchengemeinden der Friedenskirche in Dachau, in der Jesuskirche in Haar und zuletzt in der Michaelskirchengemeinde Ottobrunn, Neubiberg und Hohenbrunn. Dabei bin ich mir bewusst und vertraue darauf, dass mein Tun und Schaffen aus dem Glauben heraus geschieht als Antwort auf das, was der Schöpfer mir und uns als Zusage ins Ohr und ins Herz gelegt hat.

„Er weckt mich alle Morgen, er weckt mir selbst das Ohr.“ (EG 452)

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Eigentlich habe ich schon immer gerne zugehört. Nach wie vor bin ich offen, ja eigentlich noch mehr: neugierig im positiven Wortsinn, was Menschen – auf welcher Lebensstufe auch immer – erzählen, was sie bewegt, welche Fragen sie stellen, was sie glauben, worauf sie vertrauen...

Auch in die Stille hineinhören ist etwas, was ich in der Seelsorge als anvertrauten Schatz immer wieder entdecke. Es braucht nicht viele Worte, manchmal auch gar keine, wenn ein Mensch dem Menschen begegnet und genau hinschaut, im ganzheitlichen Sinn: zuhört.

Ich freue mich auf unsere Begegnungen und Gespräche, auf gemeinsames Singen – wenn es nach der Corona-Pandemie endlich wieder möglich sein wird - und Beten. Auf Wort und Antwort – verwurzelt in der biblischen Überlieferung, im Dialog der Religionen von Judentum, Christentum und Islam, die auf den einen, einzigen Gott vertrauen. Ich knüpfe gerne an meine Erinnerungen an die Zeit damals in St. Johannes an – damals, als meine Kinder noch klein waren. Mittlerweile sind Xenia, 25, Leander, 22, und Lino, 17, selbstständig und mitten im Leben. Ich liebe meinen Beruf von Jahr zu Jahr mehr und schätze neue Herausforderungen, die die Fragen der Menschen im Hinblick auf ihr Leben im Namen Gottes mit sich bringen. 

Also: Ich höre...?!
In Vorfreude,

Ihre Pfarrerin Martina Hirschsteiner

 

Video: Einführungs-Gottesdienst am 21. März 2021 in St. Johannes

Am 01. März 2021 hat Pfarrerin Martina Hirschsteiner ihren Dienst begonnen, die Einführung in ihr Amt durch Stadtdekan Dr. Bernhard Liess fand im Gottesdienst am Sonntag 21.03.2021 um 10:00 Uhr in St. Johannes statt.

Auf unserem Youtube-Kanal können Sie in einem Video ein paar Eindrücke aus diesem Einführungs-Gottesdienst bekommen.

 

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